Einwöchiges Seminar im Frühlingssemster 2022 an der ZHdK
Ziel: Konstitutionsbedingungen sichtbar machen, Neuverhandlungen motivieren, Orte der Teilhabe öffnen
Was sind aktuelle postmigrantische Positionen in der Art Education – und was haben sie mit mir, mit uns zu tun? In diesem Seminar laden wir ein, gemeinsam migrationspädagogische, post- und dekoloniale sowie BIPOC-feministische Theorien zu lesen und sie auf unsere Praxisfelder anzuwenden. An der Schnittstelle von diskriminierungskritischer Theorie und Kunst-, Design- & Vermittlungspraxis, erproben wir, was dieses Wissen bedeutet: Wie verhalten sich unsere jeweiligen Praxisfelder zu Wir-Identitäten? Wie kann deren Dekonstruktion in verschiedenen Praxisfeldern umgesetzt werden? Wie können partizipative Neuverhandlungen von Zugehörigkeiten, Identitäten und Gemeinschaften und die Dekonstruktion von ausschliessenden «Wir und die Anderen»-Rhetoriken angeregt werden? Wie können alternative «Wirs» denk- und erlebbar gemacht werden? Wie können die Rahmen und Konstitutionsbedingungen unserer Projekte oder Angebote transparent und offen gehalten werden, sodass sie partizipativ weiterentwickelt werden können? Wir lernen Begriffe und Konzepte kennen, diskutieren offene Fragen und dokumentieren Eindrücke und Reflexionen. Dabei werden wir uns unseren eigenen Perspektiven, Positionen sowie Praktiken bewusst und reflektieren Verantwortung und Denkanstösse. Erweiternd besteht die Option, Transformationsformate, Interventionen und/oder Projektdesigns für eure Praxisfelder zu entwickeln und umzusetzen. Dabei stellen wir uns auch die Frage, welche Dokumentation und Kommunikation dieser Prozesse eine breite und grundsätzliche Teilhabe ermöglichen.
Methodenbeschreibung:
Reflexions- und Dokumentationswerkzeug für das Seminar „Art Education postmigrantisch“
Begleitend zum Seminar „Art Education postmigrantisch“ im Frühjahrssemester 2022 an der ZHdK wird eine spezielle Methode als Reflexions- und Dokumentationswerkzeug eingesetzt. Diese Methode nutzt analoge Papierkarten in verschiedenen Farben, die jeweils einem bestimmten Thema zugeordnet sind:
- Inhalte: Was höre ich?
- Emotionen: Was fühle ich?
- Fragen: Was braucht Klärung?
Ablauf der Methode
- Verteilung der Karten: Zu Beginn jedes Seminartages werden den Studierenden diese Karten ausgehändigt.
- Notationen: Es gibt regelmäßig Zeiten, in denen die Teilnehmenden ihre Gedanken in Text- oder Zeichnungsform auf den Karten festhalten.
- Sammlung und Überblick: Die ausgefüllten Karten werden an einer großen Stellwand gesammelt, wodurch ein Überblick entsteht und eine Grundlage für Diskussionen geschaffen wird.
Diese Methode ermöglicht es, kontinuierlich Eindrücke und Reflexionen zu dokumentieren, bietet eine visuelle Zusammenfassung des Seminarverlaufs und unterstützt die vertiefte Auseinandersetzung mit den Seminarinhalten.



