WAS
Ziel dieser Publikation ist es, Diskriminierung in Schule und Unterricht verbindlich und systematisch zu reflektieren. Die entwickelten Fragen laden zu individueller und kollektiver Auseinandersetzung ein. Sie lassen Widersprüche und Unbehagen zu und eröffnen einen Raum für kontinuierliches Lernen, Verlernen und Lehren. Weitere Anknüpfungspunkte bieten Anekdoten von Lehrpersonen aus einem durchgeführten Workshop sowie visuelle Notationen aus dem Forschungsprozess der drei Autorinnen. Diese rohen Daten können Diskriminierungen reproduzieren; zugleich machen sie Suchbewegungen, Zweifel und Lernprozesse sichtbar.
WER
Die Fragen wurden von drei Lehrpersonen für Bildende Kunst – Nurja Bischoff, Laura Hew und Lara Rubin – entwickelt. Ihre Positionierung als Cis-Frauen Mitte 30 ist in dieser Publikation spürbar. Um der damit einhergehenden Homogenität ihrer Perspektiven und Privilegien bewusst zu begegnen, begleiteten Critical Friends den Prozess. Diese Expert*innen bewegen sich an der Schnittstelle von Diskriminierung und Bildung.
WIESO
Diskriminierung wirkt in Schule und Gesellschaft oft subtil und strukturell. Ihre Thematisierung ist entscheidend, um Machtverhältnisse, Ausschlüsse und normative Muster zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken. Das Fach Bildende Kunst und dessen kritisch-reflexive Praxis bieten einen besonderen Zugang: Künstlerische Prozesse bewegen sich zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, arbeiten mit Ambiguität und eröffnen experimentelle Wahrnehmungs- und Denkräume.
WIE
Diskriminierungssensibler Unterricht erfordert eine sorgfältige Auseinandersetzung. Sie beginnt bei der eigenen Person: sich sensibilisieren, aufmerksam hinschauen und die eigene Bildungsgeschichte als Grundlage für die Weiterentwicklung der Lehrpraxis reflektieren. Das Glossar der Diskriminierungsformen unterstützt diesen Reflexionsprozess.
Die Verantwortung für Veränderung liegt nicht bei einzelnen Lehrpersonen: Unterricht findet immer innerhalb gesellschaftlicher und institutioneller Strukturen statt. Die Publikation soll eine Komplizin werden, um die eigene Rolle zu hinterfragen und einen kontinuierlichen Austausch in Fachkreis, Kollegium und in der Schule anzuregen.
Hier gibts die Publikation als pdf.





